Grynparkas

Grynparkas fetival Kaunas und Birstonas/Litaunen

Quer durch Europa gibt es Landschaften, seien es Hinterlassenschaften des Industriezeitalters, geräumte Militärbasen, vergessene Areale oder Naturgebiete innerhalb der Städte (ob naturbelassen oder künstlich erstellt), Flussufer und andere Orte, die für etwaige neue Nutzungen anstehen, mehr oder weniger unbeachtet von der Öffentlichkeit. Es sind Orte, die künstlerische Interventionen bisher nicht erlebt haben, dadurch aber in einen neuen Fokus gestellt würden.

Diese Orte sind unsere “Interessensfelder”. Sie werden temporär erweckt durch künstlerische Eingriffe verschiedener Formen, immer jedoch in ritueller Form. Diese Rituale werden aus ihrer ursprünglichen Umgebung, aus ihrem Anlass dafür gebenden Umfeld, für kurze Zeit in ein neues Feld gestellt.

Es entstehen “Landschaftsbilder”

Die Landschaften füllen sich mit Menschen. Sie tauchen auf und verschwinden wieder. Seltsame Handlungen und Rituale werden ausgeführt. Eine temporale Interessensgemeinschaft, die sich die Landschaft zur Heimat macht – jenseits des bürgerlichen Begriffs, für die Dauer der Performance. Es ist ein überhöhter, surrealer Heimatbegriff. Etwas Fremdes entsteht und zieht die Zuschauer in seinen Kreis – emotional und real: eine ästhetische Auseinandersetzung mit Formen des Widerstands und der Auflehnung gegen die Bestimmbarkeit und Vorherbestimmung von Orten, Situationen und Menschen. Die Gäste auf Zeit besetzen und beleben die unbelebten, gemiedenen Frei-Räume und machen sie zu neuen „Zentren der Begegnung“ zwischen Menschen verschiedenster Nationen.

Jeder von ihnen bringt sein aktuelles Lebensgefühl und seine Traditionen mit. Gemeinsam errichten sie Monumente des Erinnerns und Vergessens, von Integration und Ausgrenzung. Vor allem Orte, die unmittelbar vor einer Veränderung oder ihrer Zerstörung stehen, entwickeln so neue Dynamik; sie werden durch die künstlerischen Bilder, die entstehen, umdefiniert und in einen Korridor der Geschichte verwandelt. Diese gemeinsam bewirkte Veränderung wird vor Ort durch über die Performance hinaus fortgeführte Dokumentation weiter verfolgt und erzählt somit noch über Jahre die Geschichte der eigenen Fremdheit und der Entdeckung des Unbekannten vor der eigenen Tür. Die Initiation des Publikums selbst erfolgt in zwei Stufen. Sie nehmen zuerst als Zuschauer an dem Geschehen teil, werden dann integriert und werden so selbst zu einem wesentlichen Teil der Bewegung mit ihren eigenen Erfahrungen. Die eigene Landschaft und ihre Endlichkeit vor Augen zu haben, wird für alle zu einem Teil ihrer Geschichte.

Bilder und Videos