(don’t pour water from the balcony)
ein interdisziplinäres, internationales Tanz-, Theater- und Musikprojekt
Tänzer, Schauspieler, Musiker, Bildende Künstler, Sänger und Anwohner sind die Darsteller eines Projektes, das die tatsächliche Wohn-Umgebung, Platz, Straße, Bürgersteig, Balkon, Vordächer, Wohn- und andere Zimmer, Hauseingänge und Fenstersimse zur Bühne macht. Das Publikum steht auf der Straße und beobachtet das „alltägliche Leben“ in und um mehrere Häuser. Was ist Wahrheit, was ist Fiktion? Unter Einbeziehung der Anwohner wird der Zuschauer in eine Welt geführt, die er zu kennen scheint, die aber Unsicherheiten und Irritationen erzeugt, denen er sich neugierig hingibt.
Die Wohnsituation, aber nur die von außen sichtbare, wird in die künstlerischen Überlegungen einbezogen. Die besondere Zuschauersituation – man schaut sozusagen als „Glotzer“ nicht in die Stuben hinein, sondern der Blick ist aufs Äußere beschränkt; dennoch tragen Szenen und Texte Inneres nach außen, werden Menschen mit ihren sichtbaren Problemen hinter den Fassaden verschwinden, werden Fenster geöffnet oder geschlossen, ohne dass genaue Zusammenhänge zu erkennen sind, diese aber vom Publikum assoziativ aus Erfahrung weitergedacht oder interpretiert werden. Dass dabei manch ein Klischee ebenso bestätigt werden kann wie zu Bruch geht, ist selbstverständlich beabsichtigt.
Das Einbeziehen der tatsächlichen Lebenssituation wird durch Manipulation zu einer anders erfahrenen Alltäglichkeit für alle Mitwirkenden, speziell der an der Produktion beteiligten oder sie duldenden Bewohner.
Center Carrée Essen-Steele
Der für die Produktion geplante Ort im Zentrum von Essen-Steele, ein Karree aus Eigentums- und Mietwohnungen und Geschäften, ausgehend vom Kaiser-Wilhelm-Platz bietet mannigfaltige Möglichkeiten, Situationen zu inszenieren, Authentisches zu integrieren. Das Publikum kann sich von Station zu Station bewegen, entlang verschiedener architektonischer Formen. Große, gut einsehbare Flachdächer in Erster-Etagen-Höhe, Balkone und Terrassen in Stufenbauweise, kleine Balkone, diverse Ein- und Ausgänge, große und keine Fenster, verschiedenste Ladenlokale etc.
Beispielhaft können künstlerische/authentische Vorgänge des Aktionstheater-Projekts sein: Opernarien auf dem Balkon, Streit am Fenster, kleine Balkon-Tanzstücke, Hausmusik, Wasser runterschütten, Fitnesstraining, klassische Bühnen-Texte, spontane Einflüsse durch natürliche Umwelt, Straßenlärm, unangemeldete Besucher, theatrale Verfremdungs-Szenen, Filmprojektion auf die Fassade, Parcours der Musiken aus Ursprungsländern der Bewohner.
Begleitprogramm
Im Begleitprogramm für “Kein Wasser runterschütten” werden Initiativen und Projekte der verschiedenen Vereine, Künstler und Kulturschaffenden zusammen geführt, die so in Kooperation mit der AG STEELE.2010 ein Programm präsentieren, das die gesamte Vielfalt des Stadtteils und des Bezirks dokumentiert. Das Thema “Nachbarschaft im urbanen Raum”, das ja auch Leitmotiv für die Inszenierung im Center Carrée ist, soll sich auch in den verschiedenen Veranstaltungen widerspiegeln. Ebenso natürlich auch das allgemeine Kulturhauptstadtmotto “Kultur durch Wandel – Wandel durch Kultur”.
Unter dem Begriff “PetitEssen” ist eine Inszenierung in kleinem Format an verschiedenen Orten im Stadtteil geplant.
Kultur Kuxe
Bis zum Herbst 2010 werden insgesamt 12 Kultur-Kuxe ausgegeben. Künstler aus Steele und Umgebung gestalten den jeweiligen Anteilsschein. Die Auflage ist jeweils auf 200 limitierte und vom Künstler signierte Kuxe beschränkt. Der einzelne Kux kostet € 10,00. Wer diese im Abonnement und im Voraus bezahlt erwirbt erhält einen 13. Kux gratis. Der Käufer der Kultur-Kuxe unterstützt und fördert somit als “Impresario” das Projekt.

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