CRISIS OR VERY DAY LIFE/Krise oder Alltag
Bilder vom Jetzt und Hier in Europa – das Projekt “hangingaround/HeimatQaurtier” bei der Kulturhauptstadt Ruhr2010
Im Zuge des Projektes „hangingaround/HeimatQuartier“ rufen wir auf, für Präsentationen und Aktionen zur Kulturhauptstadt Ruhr2010 Fotomaterial bereit zustellen, bzw. anzufertigen.Was machen die Menschen eigentlich wirklich, wen sie nicht arbeiten (im herkömmlichen Sinne)? Wenn sie nicht morgens um 7:30 ihre Karte in die Stechuhr schieben, wenn sie nicht um halb vier in der Backstube stehen, nicht um 8 Uhr ihre Arbeitskluft überziehen, nicht Aktenvorgänge hin und herschieben, wenn sie nicht ihre Werkstatt öffnen oder sich in ihren Anzug werfen? Was ist das für ein Leben ohne fremdbestimmte Arbeit? Wie verbringen die Menschen ihre Zeit, die nicht Arbeitszeit heißt? Mit „Rumhängen“? Welche Bedeutung hat das Nicht-arbeiten in den verschiedenen Ländern Europas und der Welt? Müssen wir den Begriff „Arbeit“ in seiner jetzigen Bedeutung nicht in Frage stellen? Hat „Zeit“ heute eine andere Bedeutung? „Zeit ist nicht Geld, sondern Leben“.
Das öffentliche und private „Rumhängen in Europa“ hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Die Straßenbilder der europäischen Städte, als auch die in den Wohnzimmern in Europa ähneln sich mehr und mehr. Zeit haben ist für einige Luxus, für andere Ausdruck von „Abwesenheit von Arbeit“ im herkömmlichen Sinne. Seit geraumer Zeit redet man von realer Wirtschaft und virtueller Finanzwelt. Diese „Überwelt“ ist kein Ansporn, sich gesellschaftlich zu engagieren. Im Gegenteil – zunehmend erkennen viele Menschen ihre Handlungsmöglichkeiten, ihren Einfluss als verschwindend gering. Umso wichtiger wird der Faktor Zeit in ihrem Leben. Zwischen Resignation und offensivem Sich-Zeit-Nehmen spannt sich der Bogen.
Ist die Krise bald auch auf den Straßen sichtbar oder ist sie längst Teil des Alltags? Wirkt sie sich in Wohnungen aus? Kuschelt man sich zurückgezogen zusammen und besinnt sich der sozialen Bindungen, die noch vorhanden sind? Werden Warteräume – wo auch immer – voller? Welche Geschichten stecken hinter manch einem Klischee?
Ihre fotografischen Eindrücke, Interpretationen, Schnappschüsse oder Kunstwerke sind und waren Basis für Transformationen in andere Künste. Wir fragen Autoren, Tänzer und Schauspieler, bildende Künstler und Filmer, aus den Vorlagen eigene Werke zu erstellen. Während einer großen Präsentation anlässlich der Kulturhauptstadt Ruhr2010 wurden ausgesuchte Werke präsentiert und Ausstellungen zusammengestellt.
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