Protestbewegung

Dortmunder Kunstprojekt: Rolf Dennemann will Protest ästhetisch machen

DORTMUND Stuttgart 21, der arabische Frühling, Occupy: „Protestiert wird ja überall“, findet der Künstler und Schauspieler Rolf Dennemann. Doch eine Frage lässt ihn nicht los: „Erzeugt ein ästhetisches Gesamtbild dabei eine größere Wirksamkeit?“ Das will er mit einer Bühnen-Performance herausfinden.Von Benjamin Konietzny

Mit diesem Schild ausgestattet, macht Fleur Vogel Passanten auf dem Westenehllweg neugierig auf das Kunstprojekt.

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Mit diesem Schild ausgestattet, macht Fleur Vogel Passanten auf dem Westenehllweg neugierig auf das Kunstprojekt. (Foto: Konietzny)

Dazu wird die Künstlergruppe Artscenico, dessen künstlerischer Leiter Dennemann ist, eine Protestskulptur errichten. „Das machen wir natürlich nicht mit 100 Künstlern“, erklärt Dennemann. „Wir brauchen doch dazu den Menschen, die Partizipation.“

Protest in Form bringen

Und das Ganze funktioniert so: Zur Zeit zieht Dennemanns Assistentin Fleur Vogel ihre Runden auf dem Westenhellweg. Ausgestattet mit einem Schild mit der etwas schwammigen Aufschrift „Weg damit, her damit“ lockt sie Neugierige an. Jeder Interessierte ist ein potentielles Teilstück des Projekts und wird eingeladen, in einem mehrtägigen Workshop in der Woche vom 12.11 bis zum 16.11. im Theater im Depot ein eigenes „Protest-Konzept zu entwickeln“, heißt es auf dem Handzettel.

Ganz wichtig sei, so Dennemann, dass jeder sein eigenes Protest-Interesse mitbringt. Wenn etwa jemand gegen den Neubau einer Forensik in Lünen sei, würde man im Workshop klären, ob der Protestierende ein Schild oder Banner trägt. „Vielleicht sollte die Forderung auch auf dem nackten Bauch stehen“, sagt Dennemann. Grenzen gibt es keine – ebenso keine Zensur, was den Inhalt der Forderung angeht. Das Konzept des Widerstandes wird im Workshop mit professionellen Schauspielern und Tänzern entwickelt.

„Gesellschaftliches Gesamtbild“

Das Ergebnis des künstlerisch-ästhetisch abgestimmten Protests wird dann am 17. 11. im Theater im Depot präsentiert. 100 Teilnehmer sollen es bis dahin werden, die dann der Reihe nach ihren Unmut auf die Bühne bringen „bis sich schließlich ein gesellschaftliches Gesamtbild zeigt“, so Dennemann.

„Wir können natürlich nicht garantieren, dass es 100 Leute werden“, räumt er noch ein. Auch nicht, ob es bei einer einmaligen Präsentation bleibe, oder die Protestskulptur noch einmal in der Innenstadt gezeigt werden könnte. „Es ist der Auftakt für ein augenzwinkerndes Kunstprojekt“, sagt Dennemann. Und bei einer Demonstration wisse man schließlich auch nicht vorher, wer alles kommt und ob es ein Erfolg wird.

Wer an dem Projekt „Protestbewegung“ teilnehmen will, kontaktiert Fleur Vogel per E-Mail unter wutburger.artscenico@gmx.de oder Tel. (0176) 64 19 14 85

 

Erstellt am 20.11.2012 von Rolf Dennemann
Kategorie(n): Presse, Print | Schlagwort(e): , ,

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