Kultur-Parcours durch nächtliche Ruinen

Theater-Festival “off limits” startete auf der stillgelegten Kokerei Hansa

Dortmund – Mit der Multimedia-Groß-Installation “HelloGoodbye” eröffnete am Wochenende das S. Tanz- und Theaterfestival “off limits”.

Spielstätte war die stillgelegte Kokerei Hansa, der bei einem zweistündigen KulturParcours die Rolle eines Hauptdarstellers zukam: Im Kern war der Abend eine Meditation über Verfall und Vergänglichkeit, wie sie sich in den verlassenen Hallen überall beobachten lassen. Aber man sieht auch die unbändige Kraft der Natur, die sich in Form von jungen Birken ein verlorenes Terrain zurückerobert. – 51 Künstler und Darsteller (Leitung: Rolf Dennemann) haben eine Führung durch das Industrie-Gemäuer mit Leben erfüllt. Mit Lichtinseln, szenischen Performances, Musik, Gesang und mehr. Am Wegesrand posieren stumme Gestalten, ein Leichenwagen braust heran, ein Engel fährt Motorrad. Auf erhöhter Empore tanzt ein Paar, ein Saxofonist spielt Traumwandlerisches. Auf eine griffige Deutungs-Formel lässt sich “Hello Goodbye” nicht bringen, da mag jeder frei assoziieren. Die nächtliche Ausleuchtung und Belebung toter Winkel ist aber soeffektvoll, dass die Zeit im Flug vergeht. – Das Festival läuft noch bis zum 10. September, bespielt wird meist das Theater im Depot. Heute abend (20 Uhr) dort zu sehen: “Die Bräute des Charon”, eine Tanz-Inszenierung der Tschechin Kristyna Celbovä. Fährmann Charon setzt die Toten über in die Unterwelt. Es könnte gespenstisch werden! Alexandra Naudet ist Solistin des Tanzstücks “Under Green Ground” (am 9.9. um 20 Uhr). Thema sind Bilder von Weiblichkeit zwischen Marien-Ikone, Punk-Girl oder Madonnas Glamour. . KUB

Erstellt am 05.09.2005 von Rolf Dennemann
Kategorie(n): Print | Schlagwort(e): ,
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