In Nordrheinwestfalen gibt es nur wenige open-air Produzenten, die sich, über das Volksfestspektakel hinaus, der Kunst verschrieben haben, an öffentlichen Plätzen, in Parks und Industrieanlagen, aufzutreten und dafür zu inszenieren.
artscenico erarbeitet ort-spezifische Projekte, die international ausgerichtet sind. Mit Mitteln des Tanzes, des Theaters und anderer Kunstformen werden kleine Szenen und größere Inszenierungen entwickelt, die sich jeweils an die Umstände und Örtlichkeiten ausrichten, also selten in gleicher Form an unterschiedlichen Orten zu sehen sind. Dazu wird ein Künstlerpool eingerichtet, um Konzepte in Zukunft flexibel umsetzen zu können.
artscenico stellt die Poesie in den Mittelpunkt seines Konzeptes
- nicht Provokation, sondern Aufmerksamkeit
- nicht Verstörung, sondern Verwunderung
Projekt “Bräute allein”
Zerstreute Bräute fallen in die Stadt ein – auf der Suche nach Anschluss – auf der Flucht, – auf dem Weg ins Familienglück?
Es herrscht Familiengründungswillen, grundloses Anbandeln ist nicht ausgeschlossen.
Tänzerinnen in weißen Brautkleidern verteilen sich in der Stadt und zeigen spontan an bestimmten Orten kleine Performances und Choreographien in der Tradition des “unsichtbaren Theaters”.
Beispiele:
Die Wand eines Kaufhauses, eine Mauer, eine Glasfront bilden die Kulisse und die Bühne für die ” Braut Laura” , die sich – in Hoffnung auf romantische Zeiten – noch in Träumen und Zweifel windet.
80 m braucht die ” Braut Marta” , um zu zeigen, dass sie den, der da kommen mag, eines Tages, lieben will. “One day, he’ll come along , the man I love”, singt Billie Holiday. Die Braut bewegt sich, mal gekrümmt, zwischen lachen und weinen, in der japanischen Butoh-Tradition – komisch und schrill, traurig und stolz.
Bänke, ein Brunnenrand, eine kleine Mauer, Stufen – ” Braut Dani” fällt zu Boden, stolpert über ihre Brautkleidzipfel. Sie setzt sich und beginnt zu weinen, verbraucht dutzende von Papiertaschentüchern, die sie sich von mit leidenden Passanten geben lässt.
“Braut Birgit” freut sich so, dass sie sich wie ein Wirbelwind um sich selbst dreht – unentwegt, bis sie zu Boden fällt. So voller Vorfreude tanzt sie durch die Straßen und steckt die Menschen mit ihrem “Drehwurm” an mitzumachen.
Aktion für diverse Orte (Wände, Mauern, Passagen, Glasfassaden, Kaufhäuser, Plätze mit Brunnen, Balkone, Flachdächer, Kirchen) mit 5 – 10 Tänzerinnen
2 – 3 Stunden tagsüber in der Fußgängerzone oder an Orten mit viel Laufpublikum
Schlussaktion mit allen Bräuten gemeinsam
Künstlerinnen in “Honeymoon Variations”
Anna Melnikova, Russland
Staatsoper Berlin Oper “Rinaldo” Choreographie: Amir Hosseinpour 2002, Improvisationsprojekte mit Ingo Reulecke 2004.
Mitwirkung bei “Honeymoon” artscenico 2004,
Aktuelle Produktionen: Entwicklung eigener Arbeiten an der Hochschule für Schauspiel und Choreographie “Ernst Busch”, Berlin; choreographische Mitwirkung für Projekte einer Modeagentur
Dina ed Dik, D
Dina ed Dik absolvierte ihre Tanzausbildung an der Fontys Dansacademie in Tilburg, in den Niederlanden. Nach ihrer Ausbildung in modernem Tanz und Schauspiel arbeitete sie mit verschiedenen Choreographen in den Niederlanden, Deutschland und Frankreich, darunter Michael Laub, Hans Tuerlings und Jerome Bel.
Gabriele Koch, D
Tänzerin, Choreographin und Bewegungspädagogin, lebt in Hattingen
Seit 1992 studiert sie zeitgenössischen Tanz, Improvisation und Contactimprovisation, teilweise am Laban Centre, London und bei ausgewählten, international renommierten Lehrern.
Seit 1995 arbeitet sie als freie Tänzerin u.Choreographin ort-spezifisch und zeigt seit 1995 eigene Stücke.
2003 für die SomebodyElse – Dancecompany “Motive” in der Bergarbeitersiedlung “Dahlhauser Heide” in Bochum. Sie unterrichtet seit 1996 auf nationaler und internationaler Ebene zeitgenössischen Tanz, Improvisation und Contactimprovisation
Ina Stockem, D
tanzt und choreographiert seit 2000. Sie genoss ihre Ausbildung in Modern Dance und physschem Theater und Choreographie in Amsterdam, wo sie auch lebt. Sie arbeitet mit Regisseuren, Choreographen und im Kollektiv. Ihre eigenen Projekte sind oft interaktiv wie das ‘Heroes Projects’(2003/2004), ‘Body Lounge’ (2004) and ‘GenderGame’ (2005). Großen Einfluss auf ihre Arbeit hat Felix Ruckert, mit dessen Choregraphie “Secret Service” sie Tournéen durch Europa absolviert. Ihre erste Arbeit mit artscenico war 2002″sippenhaft”
Dulce Jiménez, Mexiko
absolvierte eine Ballettausbildung beim Royal Academy Dance System in Mexiko Stadt. Darüber hinaus nahm sie an verschiedenen zeitgenössischen Workshops am Nationalen Kunstinstituts Mexikos teil.
Seit 1996 tanzt sie mit professionellen zeitgenössischen Tanzkompanien in Deutschland und Mexiko.
2003 kreierte sie ihre eigenes Tanzvideoprojekt “Wahn-Vorstellung”, welches in verschiedenen Städten Deutschlands aufgeführt wurde
Rolande Beugré, UK
in Cornwall, England geboren und aufgewachsen. Sie studierte englische Literatur und Theaterwissenschaft an der Surrey Universität, England und absolvierte danach eine Tanz- und Pilatesausbildung in London.
(1997-00), arbeitete als Tänzerin und Schauspielerin in England und Deutschland. Weitere Engagements u.a. beim Theaterzwang Festival, Dortmund,Tatraum Theater, Düsseldorf, choreografische Assistentin in Liquid Moves Billie goes 110 bpm
Ute Pliestermann, D
1975 geboren in Deutschland, lebt seit vielen Jahren in Amsterdam. Dort absolvierte sie ihre Tanzausbildung an der Theaterschool Opleiding Moderne Theaterdans und an der Alvin Ailey School in New York City. Sie arbeitet mit verschiedenen Choreografen und Regiesseuren im In-und Ausland, darunter mit Ilona Pászthy in der Produktion “Tausendhertz”, mit Regisseur Rolf Dennemann und Sabina Stücker in der Tanztheaterproduktion”sippenhaft”, mit der Kompanie Merkx& Dansers und mit der Locationtheatergruppe, Warner & Consorten
Laura Della Longa (Italien)
Tanzausbildung: Ballet, Jazz, contemporary.Tanzschulen: Piccolo Teatro in
Udine, Dimensione Danza in Miland, Balletto di Roma in Rom, Serge Alzetta in Nice, Paris Centre in Paris, Stipendium bei Steps Studio in New York,
Wachsfabrik in Köln, Werkstatt in Düsseldorf. Zur Zeit Tanzausbildung beim
Laban Centre in London
Tanzpraxis: Background Tänzerin bei Viva, Chart Attack (ZDF), Top of the Pop (RTL), beim Tanztheater Zwiefach, Gudrun Wegener modern Tanzcompany, artscenico site-specific Projekte. Choreographin für : OTV-TELEVISION Zagreb, Kroatien; “Generation Next”
Heike Werntgen, D
lebt in Essen, Schauspielausbildung in Hamburg und in New York am Lee Strasberg Theatre Institute. Engagements u.a. “Drinks before Dinner”, Off-Broadway in New York; “Sie liebt mich, sie liebt mich nicht” , Trias Theater Ruhr; Ratinger Sommerspiele und Mülheimer Freilichtsommer.
Aktuelle Produktion: “Shakespeare´s greatest hits”, Theater Spielplatz Mönchengladbach.
Heike Werntgen arbeitet auch als Regisseurin und Moderatorin.
Barbara Müller, D
Schauspielerin und Regisseurin, Dozentin für Schauspiel, Improvisation und Regie
Schauspielunterricht bei Tony Glaser (Philadelphia, USA), Workshops bei Yoshi Oida, Improvisationstheater bei Keith Johnstone, Butoh bei Andrea Kunze. Ausgewählte Produktionen: Billie goes … 110 b.p.m., Choreografie: Birgit Götz, liquid move, Dortmund 2003, Das kunstseidene Mädchen, Regie: Detlef Fuchs, i.d.theater, Dortmund 2002, Andorra von Max Frisch , Regie: Inge Brand, KREScH – Theater, Krefeld 2001, Um Kopf und Kragen, Regie: Martin Cambeis, Theater Viel Lärm um Nichts, München 1999, Zwischen Cäsar und Cleopatra, Regie: Bernd Witte, Theatertreck Münsterland, 97, Wechselbalg, Choreografie: Andrea Kunze, Touché Theater, Do 92
Sabina Stücker, D
erhielt ihre moderne Tanzausbildung an der Etage( Schule für darstellende Künste) in Berlin, Schwerpunkt Limon und Grahamtechnik.
Nach der Ausbildung folgten zahlreich Engagements bei Berliner und internationalen Tanzkompagnien u.a.: Tanztheater Skoronel, George E. Younger, MarTa Companie etc.
Seit ’96 ist sie in NRW als freischaffende Tänzerin Choreographin & Tanzpädagogin tätig
Zusammenarbeit mit artscenico seit 2002 als Regieassistentin , Choreographin, Tänzerin und Produktionsleiterin
Erste gemeinsame Produktion: sippenhaft.
Pavlina Cema, CZ
geb.1978 in Susice (Tschechische Republik), Ausbildung am
Staatl. Konservatorium des Tanzes und an der Akademie der Darstellenden Künste Prag – Lehrstuhl Tanzpädagogik. Tänzerin mit verschiedenen Choreographen. 2000 – Staatsoper Prag in “Carmina Burana von Petra Hauerova. 2001-2004 Folkwang Hochschule Essen, Leitung Lutz Förster. Sie tanzte in Projekten von La Fura dels Baus (Zauberflöte), Ku-Chu-Wu (Ein Loch), Stephan Brinkmann ( Auf und davon), artscenico (Honeymoon), Pina Bausch (Tannhäuser). 2003 choreographiert sie “Ähnliches Lied” mit Alexeider Abad Gonzales, seit 04 arbeitet sie als Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin.
Marta Muinos, E
Marta Muiños stammt aus Sta. Cruz de Tenerife. Nach Abschluß ihres Kunststudiums kam sie 1986 mit einem Stipendium nach Deutschland. 1990 absolvierte sie ihre Tanzausbildung an der Folkwanghochschule in Essen. Es folgten Engagements in verschiedenen Tanztheatergruppen. 1993-1996 war sie Mitglied der Butoh-Tanzkompanie “Mamu Dance Theatre”,Auftritte in Europa und Japan. Seitdem arbeitet sie regelmäßig in Ensembles und als Solotänzerin. Dozentin an verschiedenen Tanz- und Theaterschulen in Deutschland und Spanien. 1998 gründete sie MAWARU in Essen, eine Schule für zeitgenössischen Tanz und Improvisation.
Manfred Olek Witt, D
der in Berlin lebende polnische Performancekünstler, Tänzer, Schauspieler und Regisseur Manfred Olek Witt studierte Philosophie- und Politologie, wandte sich dem Tanz zu und war Anfang der 90er Jahre an Arbeiten des Butohprojekts “Tatoeba Théatre Dance Grotesque” beteiligt, danach Schauspieler bei den Berliner Theatern “Affekt” und “Theater Kreatur”. Im Zusammenhang mit ersten eigenen Theaterarbeiten gründete er 1995 das “Theater am Ende”. Neben Solo-Performances – Zusammenarbeit mit anderen freien Gruppen und Künstlern (u.a. DO-Theater, St. Petersburg; Dyane Neiman, New York und Theater Thikwá, Berlin). Mit dem bei UNIDRAM zu sehenden Tanzsolo “AXT” beteiligte er sich 1997 am Wettbewerb “Das beste deutsche Tanzsolo” der “euro-scene Leipzig” und erhielt den Spezialpreis der Jury.
Peter Jährling, D
Theater (Auswahl)
DerAnsager einer Stripteasenummer gibt nicht auf,
2003 Ladies Night, Ralf Milde, Theater Neu-U Im, Norman
Coming home, Rolf Dennemann, Thealerfeslival Ruhr, Bergmann
1999 Wie eine Wetterfahne, Peter Jährling , Kultursommer Sudhessen, J.W. GoetI
199B Die Unbekannte aus der Seine, Renate Renken, Neue Bühne Darmstadt, Albert
1997 Amadeus, Renate Renken, Neue Buhne Darmstadt,W A. Mozart
1996 Killerfische, Renate Renken, Neue Buhne DarmsladI, Der Andere
Heirate mich
Großfamilienperformance mit Bräuten
Out-door-Projekt für Innenstädte, Festivals und Gelände
Eine oder mehrere Bräute und Teams laufen durch die Stadt, bzw. über ein Gelände. An einem bestimmten Ort wird eine Kamera aufgebaut. Offenbar ist der Bräutigam abhanden gekommen, vielleicht sogar die ganze Hochzeitsgesellschaft. Zum verabredeten Fototerminen erscheint die Familie nicht. Abgemacht war, auf dem Gelände vor verschiedenen Hintergründen, Aufnahmen für ein Wedding-Magazin (oder Großfamilienfachmagazin “The big bunch” oder “2000 Jahre christliche Familie” etc.) zu machen.. So muss mit einem ad-hoc Bräutigam vorlieb genommen werden, der aus den flanierenden Menschen gepickt wird. Dies reicht jedoch nicht. Im Laufe der Performance werden weitere Personen aus dem Kreis der Zuschauenden oder vorbei eilenden Menschen dazu gebeten und in Pose gesetzt, sodass Stück für Stück eine große Familie, bzw. Hochzeitsgesellschaft entsteht.
Das ganze muss professionell, aber mit viel Aufregung und Korrekturen geschehen. Fotograf achtet auf Kleidung, Frisuren, Stellungen etc. Alles muss immer wieder korrigiert werden. Die Assistentin hat möglicherweise einen Koffer mit Kleidungsstücken und Requisiten dabei. Die Korrekturen bekommen immer absurdere Formen, wie das Austauschen Kleidungstücken, die Umstellung verschiedener Gruppen innerhalb der Gruppen, das Abfragen von Geräuschen, der Einsatz von Musik etc.
Das Projekt ist variabel zu konzipieren.
Eine weitere Möglichkeit: Man zieht ein Filmteam hinzu. Für die Filmaufnahmen benötigt man Statisten, die aus den Passanten rekrutiert werden.
Eine stand-still-snap-shop-interactive-performance
Zeitraum: tagsüber über einen längerem Zeitpunkt. Das Foto-Shooting dauert je nach Beteiligung der Passanten. Wiederholungen im Laufe des Tages möglich.
Personal: 1 Fotograf und 2-3 Assistent(innen) – SCHAUSPIELER/INNEN, 1-5 Bräute (im Wechsel oder gleichzeitig) – TÄNZERINNEN
Ausstattung: Kamera-Equipment, Brautkleider, Koffer, andere Requisiten und Kleidungsstücke
Englisch
Deutsch 
